Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften

„Lost in Translation?“: Rückblick auf den Studientag der AVL

10.07.2026|08:28 Uhr

Der siebte Studiengang der AVL ist Geschichte: Am 3. Juli 2026 ging es um Inter-, Trans- und Crossmedialität. Vortragende – nicht nur – der BUW sorgten dafür, dass dem „Lost“ im titelgebenden „Lost in Translation?“ Abhilfe geschaffen wurde.

„Lost in Translation?“: Rückblick auf den Studientag der AVL

Für den siebten Studientag der AVL hat sich erneut eine Gruppe von Studierenden zusammengefunden, um die Tagung, die sich diesmal den Themengebieten der Intermedialität, der Trans- und Crossmedialität widmete, zu planen. Bezeichnet wird damit der Bereich, in dem eine Interaktion zwischen verschiedenen Medien beobachtet werden kann. Medien werden zunehmend vielfältiger und somit gibt es auch immer mehr Möglichkeiten, wie ein Medium zu einem anderen Bezug nehmen kann. Nahezu jedes narrative Medium hat in einem der bemerkenswerten Vorträge Erwähnung gefunden.

           
Die ersten beiden Redner befassten sich mit der Kult-Fernsehserie Twin Peaks von David Lynch. Dr. Markus Reitzenstein und Jonathan Ederer gaben Einblicke in diesen ergiebigen Stoff und legitimierten damit die Entscheidung, einem und demselben Gegenstand gleich zwei Vorträge zu widmen.

           
Auf diesen Einstieg folgten drei Vorträge, die einen Einblick in Werke boten, die sich mittelalterlicher Stoffe und fantastischer Ästhetik bedienen. Kristin Hennicke zeigte, wie die Filmadaption Hagen – im Tal der Nibelungen den Ausgangsstoff der Nibelungensage neu bewertet. Der Opfertod zentraler Figuren in Willehalm und Game of Thronesstand bei Maria Kotsi im Mittelpunkt. Abschließend präsentierte Antonia Imbeck, am Beispiel des Wigalois des Wirnt von Grafenberg und des Videospiels Uncharted IV, das Konzept des ‚Environmental Storytellings‘.   


Rebekka Anke beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit einem Videospiel, das sich des Stoffs von Alice im Wunderlandbediente. Sie verglich die Darstellungen der Protagonistin im Spiel und in der Filmadaption mit dem Originaltext. Zora Ruhla widmete ihren Vortrag der Graphic Novel Der Duft der Kiefern und analysierte die dargestellte Täter*innen sowie Täter*innenschaft in privater und öffentlicher Sphäre. Dies zeigte den Stellenwert des Werkes in Hinblick auf die Erinnerungskultur.

           
Abgerundet wurde die Tagung durch Vorträge von Felix Wittmeier und Pierre Treffler, die es sich trotz der Planung der Veranstaltung nicht nehmen ließen, auch als Redner in Erscheinung zu treten. So wurden, anhand des Beispiels der Filmadaption von Die Tatarenwüste, die Grenzen der Verfilmbarkeit aufgezeigt und das intermediale Mosaik von Unsere anarchistischen Herzen entschlüsselt, in dem sich postmoderne Stilmittel sowie Methoden und Theorien zur Überwindung vorherrschender Systeme verbergen. 
           
Trotz des Titels der Veranstaltung, Lost in Translation?, ist es den Vortragenden gelungen, sich nicht in den Verflechtungen, die durch die komplexen Verbindungen ausgelöst werden, die zwischen den verschiedenen Medien bestehen, zu verlieren. Durch die nachträgliche Reflexion wird sich die Verwirrung sicherlich noch weiter auflösen, bis ein neuer Studientag mit einem neuen Thema im kommenden Jahr wieder Staub aufwirbeln wird.  

 

Der Studientag wurde von den AVL-Studierenden Laurin Langer, Sawsan Mahmoud, Pierre Treffler, Felix Wittmeier und Victoria Witzel organisiert.

Text: Laurin Langer

Fotos: Lara Ehlis